Bremerhaven

Bremerhaven entwickelt sich! Nicht überall und ständig, doch beharrlich und erfolgreich. Die Havenwelten mit dem Hotel- und Bürohaus Sail-City, dem Mediterraneo, dem Auswandererhaus, das sich ebenso wie das benachbarte Klimahaus zu einem überregionalen, ja sogar internationalen Renner mauserte. Ebenso wie die internationalen Traditionsseglertreffen „Sail“ (12.-16. Aug. 2015) hat Bremerhaven eine neue Tourismus-Marke entwickelt. Das ist inzwischen nicht das einzige Erkennungsmerkmal für die Seestadt an der Wesermündung: 6,1 Mio. Container und 2,2 Mio. Fahrzeuge wurden 2012 dort umgeschlagen. Mit der Offshore-Windenergie ist (hoffentlich) ein drittes Standbein entstanden, das zwischenzeitlich nicht nur Umschlagszahlen, sondern auch Arbeitsplätze in der industriellen Produktion schaffte.

Es gibt ganz sicher wenige Städte in Deutschland, die während der vergangenen Jahrzehnte so gebeutelt wurden, wie Bremerhaven. Viele Binnenländer haben Bremerhaven tief in ihr Gedächtnis eingegraben, wie ich immer wieder in Gesprächen feststelle. Kaum wird Bremerhaven genannt, erinnern sich viele an die Vorstellung aktueller Arbeitslosenzahlen und daran, dass Gelsenkirchen und Bremerhaven oft die rote Laterne trugen.

Dabei war die Stadt erfolgreich! Werften, Fischerei, Auswanderung, „Sommerfrische“ – mehr als 100 Jahre kann diese Stadt an Erfolgen vorweisen. Was danach kam, war weniger schön. Werftensterben durch verfehlte Bundespolitik, Fischereisterben durch veränderte Europa-Politik, immer weniger Besucher, weil die Stadt als Ableger des Haushaltsnotlage-Bundesland Bremen auch nicht schöner wurde. Dabei gab es jede Menge Versuche, den Trend umzukehren: Das Columbus-Center bietet ein Einkaufszentrum quasi mit Seeblick, darüber Wohnungen in drei Hochhäusern – inzwischen mit Schmuddelecken – und eine tolle Tourismus-Idee: Der Ocean-Park des inzwischen wegen seiner Immobiliengeschäfte vor Gericht gestandene „Projektentwicklers“ Köllmann, der mit Millionen in der Tasche und ohne Oceanpark zum nächsten Pleiteprojekt zog.

Glücksbringer waren dagegen der Container, auf den die Hafenwirtschaft seit Mitte der Sechzigerjahre setzte sowie der Import und Export von „rollender Ladung“. Und zuletzt die ruckelige Umsetzung der Energiewende, die erst Arbeitsplätze und dann Kurzarbeit und Insolvenzen nach sich zog.

Der JadeWeserReport will sich den grundlegenden Veränderungen an der Wasserkante in Bremerhaven zuwenden. Nicht den immer wieder vorkommenden kleinen Nickeligkeiten, wie dem Streit zwischen der Zoo-Direktorin und dem Bremerhavener Stadtkämmerer über die Vermarktung des Eisbären-Baby „Lale“, während im gleichen Monat im Münchner Zoo Hellabrunn ein Eisbären-Zwillingspaar im Zentrum einer aufwändigen Präsentation steht.

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