Arbeitsplätze für Bremerhaven ?

Es finden sich wohl wenige Städte in Westdeutschland, die während der vergangenen Jahrzehnte so stark von Strukturveränderungen in der Wirtschaft gebeutelt wurden, wie Bremerhaven. Über viele Jahre hinweg kam die Stadt, gemeinsam mit Gelsenkirchen, einmal monatlich in die Medien vor – bei der Vorstellung der Arbeitslosenzahlen. Und auch 2014 pendelt sich die Statistik noch immer bei 15 Prozent ein.

Mindestens ebenso auffällig wie die Probleme ist jedoch die Fähigkeit der Seestadtstädter, sich quasi am eigenen Schopf zumindest teilweise aus der Misere zu ziehen. Nach dem weitgehenden Ende der Fischerei folgte die Ansiedlung der Lebensmittelindustrie, nach dem Ende des Stückgutumschlags und Einführung der personalarmen Containerverladung folgte der Automobilumschlag und die Import-Aufbereitung mit umfangreichen Logistiklösungen. Nahe der Innenstadt ist in alten Hafenrevieren die Havenwelt entstanden und lockt auch internationales Publikum ins Klimahaus und vor allem ins Auswandererhaus. Und nach dem weitgehenden Ende der Werften an der Wesermündung klammern sich nun viele Hoffnungen an die Offshore-Windkraft.Getriebe

Wer durch den Fischereihafen der Seestadt geführt wird, entdeckt Erstaunliches und etliche Tausend Arbeitsplätze: einen offensichtlich florierenden Schiffsreparatur- und –umbaubetrieb, Unternehmen wie Frosta, die auch Fischfernes in ihrem Portfolio haben und die  Offshore-Windenergie. Die Füße mit mehr als 9.500 Tonnen Eigengewicht beschäftigen Schweißer und andere gewerbliche Gewerke, bis zu 70 Meter lange Propeller lagern in überdimensionalen Regalen und die hausgroßen Köpfe der Offshore-Mühlen reihen sich zu Dutzenden auf. Personalabbau  ja teilweise sogar Insolvenzen kennzeichneten jedoch bisher die wirtschaftlichen Misserfolge mit der Energiewende.  Dabei sind die Ideen toll: Über die Landebahn des bisherigen Flughafens sollen zukünftig Windkraftanlagen zu einem eigens gebauten Hafenterminal rollen und schon jetzt können im abgeschleusten Fischereihafen die Schwergewichte millimetergenau auf die Transportpontons gerollt werden.

RegalAber gibt es wirklich eine Zukunft für all diese Bemühungen, die von der Landespolitik nach Kräften gestützt wurden? Rund 1.800 Monteure werden zukünftig für den Service und Support der Offshore-Anlagen ständig auf See sein. Doch in dem Geschäft scheint Bremerhaven abgehängt. Britische und niederländische Unternehmen stehen bei dieser Kandidatenauswahl bisher in der ersten Reihe. Und inwieweit die Wesermündung beim Repowering Erfolge einfahren kann, ist noch nicht klar.

Support

Windkraft-Support in Bremerhaven: Heimathafen Southampton.

Derzeit verfügen die Windmühlen auf See über eine Nennleistung von maximal 5 Megawatt (MW). Inzwischen kommen die ersten 6,2 MW-Anlagen in die Montage, 6,5 MW soll das nächste technologische Ziel der Entwickler sein. Bereits installierte Anlagen mit neuen Generatoren zu versehen, könnte ein Riesengeschäft für die Zukunft sein. Nur 1.000 Repowering-Aufträge würden rund 1.500 MW mehr Nennleistung bringen. Und jede Menge Arbeitsplätze zwischen Emden und Mukran sichern.

Wir werden sehen …

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