„Dämmerung“ in Hamburg?

Was, wenn die Elbe nicht vertieft wird?

Bis 2002 war die Hamburger Politik, damals angeführt von der CDU, beim Bau des JadeWeserPort mit im Boot. Dann entschied Bürgermeister Ole von Beust: Wir steigen aus! Jetzt fordert der maritime Koordinator der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Olaf Ohlsen, vom Hamburger Senat, Kooperationsmöglichkeiten mit dem JadeWeserPort in Wilhelmshaven auszuloten. Was steckt dahinter? Eine Zusammenfassung:

Der CDU-Abgeordnete Ohlsen ist vom Fach. Gelernter Nautiker ist er und war mehr als 32 Jahre Beamter bei der Hamburger Wasserschutzpolizei. Er kennt sich aus auf der Elbe und im Hafen. Noch am 21. Mai 2014 veröffentlicht Ohlsen einen flammenden Appell zugunsten der von Hamburg geforderten Elbvertiefung. Sie sei eines der wichtigsten Vorhaben für den Hamburger Hafen. Zitat Ohlsen: „Zur Zeit können nur Schiffe mit einem Tiefgang bis zu 12,50 m den Hamburger Hafen tidenunabhängig anlaufen. Dem Containerschiff mit einem Konstruktionstiefgang von mehr als 12,50 m kommt nach den mir vorliegenden Erkenntnissen aber zukünftig die Hauptrolle zu.“ Ohne Elbvertiefung, so der Abgeordnete, würde noch mehr Containerschiffe nach Rotterdam und Antwerpen ausweichen und gar nicht mehr in die Deutsche Bucht kommen.

„Die norddeutsche Wirtschaft insgesamt braucht die Elbvertiefung dringend. Deshalb spreche ich mich auch für eine wesentlich engere Zusammenarbeit zwischen den norddeutschen Küstenländern aus“, schreibt er auf seiner Website. Was die Kooperation mit dem JadeWeserPort angehe, steht für den Christdemokraten derzeit Zusammenarbeit auf dem Forderungszettel. Der Hamburger Senat solle jetzt den niedersächsischen Nachbarn die Hand ausstrecken, so Ohlsen. Dadurch könnten auch in Wilhelmshaven Arbeitsplätze gesichert und ausgebaut werden.

Die sogenannten „Triple E“-Schiffe mit einer Gesamtkapazität von rund 18.000 Standardcontainern (TEU) verfügen voll abgeladen über einen Tiefgang von mehr als 16 Metern. 16,50 Meter sind an der Jade „normal“. Und ob den maritimen Koordinator der Hamburger CDU vielleicht die Angst beschleicht, die deutschen Obergerichte könnten sich gegen die Elbvertiefung aussprechen, hat er nicht mitgeteilt.

Klar ist aber, dass auch in Hamburg die sogenannte „Loco-Quote“, also die Quote der Container, die überhaupt in Hamburg oder der Region geöffnet werden, deutlich unterhalb von 50 Prozent liegt. Ob also nun Container an der Jade oder an der Elbe von einem großen auf ein kleineres Containerschiff im sogenannten Feederverkehr zum Beispiel ins Baltikum umgeschlagen werden, ist wurscht. Ob Container in Hamburg oder in Wilhelmshaven auf einen Zug gesetzt und ins Rhein-Main-Gebiet rollen, ist ebenfalls wurscht. Und ob die wenigen Container, die wirklich zur Wirtschaftskraft des größten deutschen Hafens beitragen die Elbe in einem großen oder kleineren Containerschiff (weil umgeschlagen am Jadeweserport) erreichen, sollte doch auch wurscht sein, oder?

Vielleicht ist dem Abgeordneten Ole Ohlsen genau dies auch aufgefallen …

 

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