„Ja – wo schwimmen sie denn …?“

Mit Schiffen ist das so ein bisschen wie mit den Eisbergen: Wenn die Erzählungen über sie besonders speziell werden, wird auf den Teil unter Wasser verwiesen. Und wenn bei einem rund 400 Meter langen Containerfrachter die Blechkisten bis unter das Fenster der Kommandobrücke reichen, dann ist er „voll abgeladen“. Eigentlich ist das alles gar nicht so wichtig. Doch wenn das Teil unter Wasser auf dem Weg zum Hafen nicht zu dem Bett des Flusses passt, entstehen mehr als die Falten auf der Stirn des Kapitäns. So, wie jetzt im Falle der Elbe, der 18.000er und des Hamburger Hafens.

Die MATZ MAERSK ist das neunte Schiff einer Serie von 20 Containerschiffen, die von der Maersk Line geordert wurden. Auf seiner Jungfernfahrt machte der 18.270 Standardcontainer (TEU) tragende Riese jüngst erstmals am Containerterminals Bremerhaven fest. Die MATZ MAERSK ist, wie ihre Schwestern, knapp 400 Meter lang und 59 Meter breit.   Foto: BLG/Scheer
Die MATZ MAERSK ist das neunte Schiff einer Serie von 20 Containerschiffen, die von der Maersk Line geordert wurden. Auf seiner Jungfernfahrt machte der 18.270 Standardcontainer (TEU) tragende Riese jüngst erstmals am Containerterminals Bremerhaven fest. Die MATZ MAERSK ist, wie ihre Schwestern, knapp 400 Meter lang und 59 Meter breit. Foto: BLG/Scheer

Das Containerschiff „Matz Maersk“ ist ein solcher sogenannter 18.000er. Das 396 Meter lange und 59 Meter breite Schiff hat in seinen Laderäumen sowie an Deck Platz für 18.270 Standard-Container (1 Standardcontainer = 20 Fuß = 1 TEU). Das Problem entsteht „außerhalb“. Mit seinem Standardtiefgang von 16,50 Meter kann die „Matz Maersk“ die Häfen an der Weser und der Elbe eigentlich nicht erreichen – jedenfalls nicht „voll abgeladen“.

An der Stelle endlich kommt nun Wilhelmshaven ins Spiel. „Jaaa – wenn erst die 18.000er in Fahrt gebracht sind, dann geht es gar nicht mehr ohne den JadeWeserPort“, lautet das Polit- und Manager-Argument seit Jahren. Dafür wurde mehr als eine Milliarde Euro in das Terminal, in die Infrastruktur und in Bahn- und Autobahnverbindungen investiert. Und? Mehr als zwei Dutzend 18000er sind inzwischen in Fahrt und außer einer Begrüßungstour („halb abgeladen“) war noch kein 18.000er zu Besuch und schon gar nicht zur Verladung von Containern an der Jade. Stimmte das Argument etwa nicht? Oder hat sich die Elbe ihre Fahrwassertiefe noch einmal überlegt?

Nein. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich noch immer nicht entschieden, ob die Elbe ausgebaggert werden darf – oder eben nicht. Ähnlich ist es bei der Außenweser auf dem Stück zwischen Containerterminal Bremerhaven und der Nordsee. Auch dort reicht es nicht für die 18.000er und das Bundesverwaltungsgericht bemüht sich, zwischen den Kläger-Argumenten aus Bremen und denen aus Hamburg zu unterscheiden.

Warum es nun an der Jade trotz aller vorgeblichen Zwangsläufigkeiten immer noch keinen nennenswerten Umschlag gibt, weiß offenbar niemand. Und das „aber-bald-Argument“ scheint offenbar weitgehend verstummt.

In Rotterdam wird dies alles übrigens nicht als Konkurrenz empfunden. Schneller als über die Maas-Mündung erreicht kein Container den wesentlichen Teil Deutschlands. Und was ist mit dem Tiefgang? An den beiden neuen Terminals geht alles – bis 24 Meter. Noch Fragen?

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